Ernährung im Krafttraining stützt sich auf drei Prinzipien in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit: die Energiebilanz (wie viele Kalorien du im Vergleich zu deinem Verbrauch zu dir nimmst), die Makronährstoffe (Proteine, Kohlenhydrate und Fette) und schließlich das Mahlzeitentiming. Wenn du Muskeln aufbauen möchtest, strebst du einen leichten Kalorienüberschuss an, in der Definitionsphase ein moderates Defizit – in beiden Fällen mit einer adäquaten Proteinzufuhr. Der Rest (Nahrungsergänzungsmittel, Uhrzeiten, perfekte Mahlzeiten) fällt weit weniger ins Gewicht, als du denkst. Dieser Leitfaden vermittelt dir die evidenzbasierten Grundlagen, um deine Ernährung auf dein Ziel auszurichten.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Ernährungsbildung und ersetzt keine medizinische Beratung. Für einen personalisierten Ernährungsplan konsultiere bitte einen qualifizierten Ernährungsberater (Ernährungswissenschaftler oder Diätassistenten) – ein Personal Trainer erstellt keine personalisierten Ernährungspläne.
Die Ernährungshierarchie: Was wirklich zählt
Stell dir eine Pyramide vor. An der Basis, als das Wichtigste überhaupt, steht die Energiebilanz. Darüber befinden sich die Makronährstoffe. Noch weiter oben folgen die Lebensmittelqualität und Ballaststoffe. An der Spitze stehen Timing und Supplements. Viele Athleten verbringen Stunden damit, die Spitze der Pyramide zu optimieren (welches Proteinpulver, ob man vor oder nach dem Training essen sollte), und ignorieren dabei die Basis, die 80 % der Ergebnisse ausmacht.
- Energiebilanz: Sie entscheidet, ob du zunimmst, abnimmst oder dein Gewicht hältst. Kein "magisches" Lebensmittel umgeht dieses Gesetz.
- Makronährstoffe: Sie bestimmen die Zusammensetzung deiner Körperveränderung. Bei gleichen Kalorien bedeuten viele Proteine plus Krafttraining mehr Muskeln und weniger Fett.
- Mikronährstoffe und Ballaststoffe: Gesundheit, Verdauung, Energie, Regeneration. Hierher stammen die meisten Vitamine aus Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.
- Timing und Supplements: Der Feinschliff. Nützlich, wenn die Basis stimmt, und irrelevant, wenn sie es nicht tut.
Lerne, diese Reihenfolge zu respektieren, und du hörst auf, Ernährungstrends hinterherzulaufen. Wenn du den passenden Trainingskontext suchst, den diese Ernährung unterstützen soll, starte mit dem Trainingsplan für Muskelaufbau oder dem Trainingsplan zum Abnehmen.
Die Energiebilanz: Die Grundlage von allem
Der Körper gehorcht den Gesetzen der Thermodynamik. Führst du mehr Energie (Kalorien) zu, als du verbrauchst, wird der Überschuss gespeichert – überwiegend als Fett. Führst du weniger zu, greift der Körper auf seine Reserven zurück und du verlierst Gewicht. Bei ausgeglichener Bilanz hältst du dein Gewicht.
Dein Gesamtenergieumsatz (TDEE) setzt sich aus vier Komponenten zusammen: Grundumsatz (BMR, die Energie, um im Ruhezustand am Leben zu bleiben, ca. 60–70 % des Gesamtwerts), thermische Wirkung der körperlichen Aktivität (Training), NEAT (jegliche Alltagsbewegung außerhalb des Trainings: Gehen, Gestikulieren, Stehen) und thermischer Effekt der Nahrung (die Energie für die Verdauung, ca. 10 %).
Um zu verstehen, wie viele Kalorien du wirklich brauchst und wie du sie schätzen kannst, erklärt der spezielle Leitfaden zu wie viele Kalorien am Tag die Formeln (Mifflin-St. Jeor) und Multiplikatoren für das Aktivitätsniveau. Der Schlüsselpunkt: Jedes Rechen-Tool ist nur ein Startpunkt. Die Wahrheit findest du heraus, indem du dein echtes Körpergewicht über die Zeit misst und entsprechende Anpassungen vornimmst.
Die drei Makronährstoffe im Detail
Kalorien stammen aus drei Makronährstoffen (plus Alkohol, der 7 kcal pro Gramm liefert, ohne Nährstoffe zu bieten). Hier ist die Funktion der einzelnen Makros:
| Makronährstoff | Kalorien pro Gramm | Hauptrolle | Priorität für den Athleten |
|---|---|---|---|
| Proteine | 4 kcal/g | Muskelaufbau und -reparatur, Sättigung | Hoch: Sollte als Erstes festgelegt werden |
| Kohlenhydrate | 4 kcal/g | Primärer Treibstoff für intensives Training | Mittel bis hoch: Regulieren Energie und Pump |
| Fette | 9 kcal/g | Hormone, Vitaminaufnahme, Gesundheit | Mittel: Niemals unter einen Mindestwert fallen |
Proteine: Der König der Makronährstoffe für Trainierende
Proteine liefern die Aminosäuren, die nach dem Training Muskeln reparieren und aufbauen. Sie sind zudem das sättigendste Makro mit dem höchsten thermischen Effekt (du verbrennst mehr Kalorien bei ihrer Verdauung). Für die Mehrheit der Sportler empfiehlt die Literatur einen Bereich von 1,6–2,2 g pro kg Körpergewicht täglich für die Hypertrophie, tendenziell eher am oberen Ende während einer Definitionsphase. Erfahre mehr im Leitfaden zu wie viel Protein am Tag.
Kohlenhydrate: Der Treibstoff fürs Training
Kohlenhydrate füllen die Glykogenspeicher in den Muskeln – das Benzin für schwere Sätze und hohe Volumina. Sie zu stark zu reduzieren, kann zu Leistungseinbrüchen und einem nachlassenden Pump führen. Ein Richtwert für Kraftsportler liegt bei 3–5 g/kg, je nach Trainingsvolumen und -intensität aufsteigend. Quellen: Reis, Kartoffeln, Haferflocken, Obst, Vollkornbrot.
Fette: Hormone und Gesundheit
Fette sind essenziell für die Hormonproduktion (einschließlich Testosteron), die Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K) und die allgemeine Gesundheit. Unterschreite niemals ca. 0,6–0,8 g/kg. Bevorzuge Fette aus Olivenöl, Nüssen, fettem Fisch, Eiern und Avocados. Unterscheide zwischen ungesättigten Fetten (die "guten", aus pflanzlichen Quellen und Fisch, schützend für Herz und Hormone) und gesättigten Fetten, die in Maßen konsumiert, aber nicht verteufelt werden müssen. Die einzigen Fette, die du wirklich einschränken solltest, sind industriell hergestellte Transfette. Wer tiefer einsteigen möchte, findet Hinweise im Leitfaden zu gesunden Fetten in der Ernährung.
Ein weitverbreiteter Fehler ist es, Fett in der Definitionsphase zu drastisch zu reduzieren: Unter einem bestimmten Schwellenwert leiden Stimmung, Schlaf und Hormonhaushalt. Besser ist es, das Defizit ausgewogen zwischen Fetten und Kohlenhydraten aufzuteilen und die Proteine hoch zu halten.
Ballaststoffe und Mikronährstoffe: Die Basis für Leistung
Unter den Makros liegt eine oft ignorierte Schicht: Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Sie liefern keine verwertbaren Kalorien, steuern jedoch Verdauung, stabile Energie, Regeneration und das Immunsystem. Ein Athlet, der hart trainiert und diesen Bereich vernachlässigt, zahlt früher oder später den Preis in Form von Müdigkeit, Krämpfen oder Verletzungen.
- Ballaststoffe: Strebe ca. 25–35 g pro Tag aus Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten an. Sie verlangsamen die Verdauung, stabilisieren den Blutzucker und erhöhen die Sättigung – eine wertvolle Hilfe vor allem in der Definitionsphase.
- Gemüse und Obst: Füllen den Teller mit wenigen Kalorien und vielen Mikronährstoffen. Die Faustregel "die Hälfte des Tellers voller Gemüse" funktioniert hervorragend für Volumen und Sättigung.
- Wichtige Mineralstoffe bei starkem Schwitzen: Natrium, Kalium, Magnesium. Wer lange oder in warmer Umgebung trainiert, verliert diese über den Schweiß, was die Leistung beeinträchtigen kann.
Die meisten Mikronährstoffe deckst du über eine abwechslungsreiche Ernährung mit unverarbeiteten Lebensmitteln ab. Vitaminpräparate machen nur bei nachgewiesenem Mangel Sinn: Zuerst kommt das Essen, dann gegebenenfalls die Pille.
Lebensmittelqualität: Unverarbeitete vs. verarbeitete Lebensmittel
Eine wichtige Klarstellung: Kalorien zählen für das Gewicht, aber die Lebensmittelqualität zählt für Gesundheit, Sättigung und Leistungsfähigkeit. Du kannst theoretisch im Kaloriendefizit abnehmen, indem du dich nur von Junkfood ernährst, aber das wäre eine katastrophale Wahl für Energie, Regeneration und Heißhunger. Die 80/20-Regel funktioniert für die meisten Athleten hervorragend: ca. 80 % der Kalorien aus unverarbeiteten und minimal verarbeiteten Lebensmitteln (Fleisch, Fisch, Eier, Getreide, Hülsenfrüchte, Obst, Gemüse, Milchprodukte), die restlichen 20 % mit mehr Flexibilität. Dieser Ansatz maximiert Mikronährstoffe und Sättigung bei gleicher Kalorienmenge, ohne in einen unhaltbaren Perfektionismus zu verfallen, der zum Aufgeben führt. Ultra-hochverarbeitete Lebensmittel sind kein "Gift", aber sie neigen dazu, hyper-schmackhaft und wenig sättigend zu sein – man nimmt sie leicht im Überfluss zu sich.
Proteine und Muskelaufbau
Muskeln wachsen, wenn die Proteinsynthese über die Zeit den Muskelabbau übersteigt – angetrieben durch den Reiz des Krafttrainings und eine adäquate Zufuhr von Proteinen. Zwei praktische Details, die den Ausschlag geben:
- Tägliche Gesamtmenge: Das ist Faktor Nummer eins. Dein Gramm-Ziel zu erreichen ist wichtiger als das Timing.
- Verteilung: Das Aufteilen der Proteine auf 3 bis 5 Mahlzeiten à ca. 0,4 g/kg optimiert anscheinend die muskuläre Reaktion im Vergleich zu einer Konzentration auf ein oder zwei Mahlzeiten.
Die Qualität zählt: Tierische Quellen (Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte) haben ein vollständiges Aminosäurenprofil. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, kann den Bedarf durch die Kombination von Hülsenfrüchten, Getreide, Soja und pflanzlichen Proteinpulvern decken – mit einem Augenmerk auf Leucin.
Mahlzeitentiming: Praktische Hinweise
Das Timing ist der Feinschliff, nicht das Fundament. Dennoch machen bestimmte Entscheidungen für einen Athleten Sinn:
- Vor dem Training: Eine Mahlzeit mit Kohlenhydraten und Proteinen 1–3 Stunden vorher liefert Energie und reduziert den Katabolismus. Details dazu unter was man vor dem Training essen sollte.
- Nach dem Training: Das "anabole Fenster" ist viel größer als früher behauptet (es geht um Stunden, nicht um Minuten). Das Wichtigste ist, die tägliche Gesamtproteinmenge zu erreichen. Siehe was man nach dem Training essen sollte.
- Proteinverteilung: Wie erwähnt hilft das Aufteilen der Proteine über den Tag mehr, als sie zu ballen.
Mach dich nicht verrückt mit der Stoppuhr: Wenn Kalorien und Makros stimmen, hast du bereits über 90 % der Arbeit erledigt.
Und was ist mit Intervallfasten?
Intervallfasten (Essen in einem zeitlich begrenzten Fenster, z. B. 8 Stunden) ist eine Timing-Strategie, keine magische Diät. Es verbrennt nicht von Natur aus Fett: Es funktioniert nur, wenn es die Gesamtkalorien reduziert, da viele durch die Verkürzung des Fensters weniger essen. Für Trainierende ist das in Ordnung, aber man muss sicherstellen, dass man innerhalb des Fensters dennoch ausreichend Proteine und Kalorien zu sich nimmt. Mehr dazu im Leitfaden über Intervallfasten und Fitnessstudio.
Alkohol: Das versteckte Makro, das deine Ergebnisse bremst
Alkohol liefert 7 Kalorien pro Gramm – fast so viel wie Fett – ohne jeglichen Nährwert. Er fügt nicht nur "leere" Kalorien hinzu, sondern interferiert mit der muskulären Proteinsynthese, verschlechtert die Schlafqualität (entscheidend für die Regeneration) und senkt vorübergehend den Testosteronspiegel. Totale Abstinenz ist nicht zwingend erforderlich, aber wer ernsthafte Ergebnisse anstrebt, sollte Alkohol bewusst konsumieren. Das komplette Bild findest du unter Alkohol und Muskelmasse.
Hydration: Das vergessene Makro
Wasser liefert keine Kalorien, steuert aber Leistung und Regeneration. Schon eine leichte Dehydration (1–2 % des Körpergewichts) reduziert Kraft und Ausdauer. Als Faustregel gilt ein Startwert von ca. 30–35 ml pro kg Körpergewicht am Tag, der bei Hitze und starkem Schwitzen erhöht werden muss. Bei Trainingseinheiten von über einer Stunde Dauer oder starkem Schwitzen sollten auch Elektrolyte (in erster Linie Natrium) zugeführt werden. Erfahre mehr unter Hydration im Sport.
Nahrungsergänzungsmittel: Was wirklich nötig ist (Überblick)
Die Mehrheit aller Supplements ist reines Marketing. Nur sehr wenige besitzen eine solide wissenschaftliche Unterstützung für Trainierende:
- Kreatin-Monohydrat: 3–5 g täglich, eines der am besten erforschten Mittel für Kraft und Muskelmasse.
- Proteinpulver: Eine Frage der Bequemlichkeit, keine Magie. Nützlich, um das Proteinziel zu erreichen.
- Koffein: Ein gut dokumentiertes, ergogenes Pre-Workout-Mittel.
- Vitamin D und Omega-3: Eher für die allgemeine Gesundheit bei eventuellen Mängeln.
Bevor du Geld ausgibst, lies nach, was wirklich funktioniert unter Supplements fürs Fitnessstudio: Was wirklich wirkt. Kein Supplement gleicht eine mittelmäßige Ernährung und ein schlechtes Training aus.
Kreatin in Kürze
Es verdient eine gesonderte Erwähnung, da es das am besten erforschte und sicherste Supplement für Trainierende ist. Kreatin-Monohydrat erhöht die Verfügbarkeit von schnell verfügbarer Energie in den Muskeln, mit dokumentierten Vorteilen für Kraft, Leistung und (mit der Zeit) Muskelmasse. Das Protokoll ist simpel: 3–5 g pro Tag, jeden Tag, zu jeder Uhrzeit, auch an Ruhetagen. Eine "Ladephase" ist nicht erforderlich. Die anfängliche Gewichtszunahme von 1–2 kg ist intrazelluläres Wasser im Muskel, kein Fett. Es eignet sich für Allesfresser und Vegetarier gleichermaßen (letztere ziehen oft einen größeren Nutzen daraus, da ihre Ausgangsspeicher niedriger sind).
Die Rolle der Kohlenhydrate für die Leistungsfähigkeit
Kohlenhydrate verdienen eine besondere Erwähnung, da sie zu Unrecht verteufelt werden. Sie machen nicht per se dick: Wie jeder Makronährstoff zählen sie in der Gesamtkalorienbilanz. Für einen Athleten sind sie der bevorzugte Treibstoff für intensive Einheiten: Sie füllen die Glykogenspeicher, unterstützen Kraft und Arbeitsvolumen, verbessern den Pump und beschleunigen die Regeneration zwischen den Sätzen. Sie zu extrem zu reduzieren, wie es viele Crash-Diäten tun, verschlechtert oft die Leistung im Gym. Die Menge sollte an das Trainingsvolumen angepasst werden: Je mehr du trainierst, desto mehr Kohlenhydrate brauchst du. Wer Details sucht, findet den Leitfaden zu Kohlenhydrate und Fitnessstudio.
Die richtige Ernährung für dein Ziel
Die Ernährung ändert sich vor allem hinsichtlich der Kalorienmenge, während der Proteingehalt in allen Fällen hoch bleibt.
| Ziel | Kalorien | Protein | Fokus |
|---|---|---|---|
| Masseaufbau (Bulk) | Überschuss +5/15% | 1,6–2,2 g/kg | Hohe Kohlenhydrate zur Unterstützung des Volumens |
| Definition (Cut) | Defizit -10/20% | 2,0–2,4 g/kg | Höheres Protein zum Muskelelhalt |
| Erhalt | Ca. auf TDEE-Niveau | 1,6–2,0 g/kg | Stabilität und langsame Rekonposition |
Für den Masseaufbau begrenzt ein moderater Überschuss die Fettansammlung: Siehe die Ernährung für Muskelmasse. Um zu definieren, ohne Muskeln zu verlieren, sind das richtige Kaloriendefizit und die Definitionsdiät deine Wegweiser. Wer gleichzeitig Muskeln aufbauen und Fett verlieren möchte, kann den Artikel zur Körperrekomposition lesen.
Beispiel für einen typischen Ernährungstag
Nur um die Zahlen greifbarer zu machen: Ein ca. 75 kg schwerer Athlet in der Erhaltungsphase (als Richtwert gedacht, an den tatsächlichen Bedarf anzupassen).
- Frühstück: 80 g Haferflocken, 150 g griechischer Joghurt, Obst und Honig. Siehe das proteinreiche Frühstück.
- Mittagessen: 100 g Reis (roh), 180 g Hähnchenbrust, Gemüse, Olivenöl.
- Pre-Workout-Snack: Obst und eine Scheibe Vollkornbrot.
- Post-Workout: Proteindshake + Banane.
- Abendessen: 300 g Kartoffeln, 150 g Lachs, Salat mit Olivenöl.
Ungefähres Gesamttotal um die 2400–2600 kcal, mit ca. 150–160 g Protein. Dies ist ein Beispiel, kein strikter Plan: Die tatsächlichen Mengen hängen von Gewicht, Ziel und Aktivität ab. Um die Woche zu organisieren, spart dir das Meal Prep fürs Fitnessstudio jede Menge Zeit.
In 5 Schritten starten
Wenn dir das alles zu viel erscheint, ist hier die richtige Reihenfolge, um deine Ernährung aufzubauen, ohne durchzudrehen. Geh einen Schritt nach dem anderen.
- Schätze deinen Kalorienbedarf mit dem Leitfaden zu wie viele Kalorien am Tag und lege dein Ziel fest (Masseaufbau, Definition, Erhalt).
- Setze dein Proteinziel passend zu deinem Vorhaben fest. Das ist die wichtigste Variable nach den Kalorien.
- Fülle den Rest mit Kohlenhydraten (rund um das Training) und Fetten auf, ohne die Mindestgrenzen zu unterschreiten.
- Füge Gemüse und Ballaststoffe zu jeder Hauptmahlzeit hinzu – für Sättigung, Gesundheit und Verdauung.
- Messen und anpassen: Wiege dich regelmäßig, betrachte den Wochenschnitt und passe die Kalorien um 150–250 an, sollte der Trend nicht deinen Vorstellungen entsprechen.
Dieser iterative Prozess schlägt jede starre Internet-Diät, weil er sich an deinen echten Körper anstatt an einen statistischen Durchschnitt anpasst.
Rekonposition: Muskelaufbau und Definition gleichzeitig?
Viele Athleten träumen davon, gleichzeitig Muskeln aufzubauen und Fett zu verlieren. Das ist möglich, gilt jedoch vor allem für Anfänger, Wiedereinsteiger nach einer Pause und Personen mit einem höheren Körperfettanteil. Für diese Profile ermöglicht eine Ernährung auf Erhaltungsniveau oder in einem leichten Defizit bei hoher Proteinzufuhr und Krafttraining die sogenannte Körperrekomposition. Ein fortgeschrittener und schlanker Athlet hingegen fährt besser damit, Masse- und Definitionsphasen abzuwechseln. Das komplette Bild gibt es im Leitfaden zur Körperrekomposition.
Gängige Mythen auf dem Prüfstand
- "Nach 18 Uhr essen macht dick": Falsch. Es zählt die tägliche Kalorienbilanz, nicht die Uhr.
- "Kohlenhydrate am Abend machen dick": Falsch, aus demselben Grund.
- "Man muss alle 3 Stunden essen, um den Stoffwechsel anzukurbeln": Falsch, der Effekt ist vernachlässigbar.
- "Zu viel Protein schadet den Nieren": Bei gesunden Personen gibt es dafür keine Beweise. Wer Nierenerkrankungen hat, sollte einen Arzt konsultieren.
- "Man braucht ein 30-minütiges anaboles Fenster": Überholt, das Fenster dauert Stunden.
- "Man muss viele kleine Mahlzeiten essen, um den Stoffwechsel aktiv zu halten": Falsch, die Mahlzeitenfrequenz hat minimale Auswirkungen. Iss so viele Mahlzeiten, wie zu deinem Leben und deinem Appetit passen.
- "Einige Lebensmittel haben negative Kalorien": Ein Mythos. Selbst Sellerie liefert mehr Energie, als seine Verdauung kostet.
FAQ
Was zählt bei der Fitness-Ernährung am meisten? Die Energiebilanz – also wie viele Kalorien du zu dir nimmst im Vergleich zu dem, was du verbrauchst. Sie entscheidet, ob du Masse aufbaust, definierst oder dein Gewicht hältst: Kein Lebensmittel und kein Supplement umgeht diese Regel. Direkt dahinter kommen die Makronährstoffe, insbesondere eine adäquate Proteinzufuhr (1,6–2,2 g/kg) zum Aufbau und Erhalt der Muskulatur sowie ausreichend Kohlenhydrate zur Unterstützung des Trainings. Mahlzeitentiming und Supplements sind der Feinschliff und zählen erst, wenn die Basis stimmt. Konzentriere 80 % deiner Energie auf die täglichen Kalorien und Proteine, bevor du dir über den Rest Sorgen machst.
Wie viel Protein muss ich essen, wenn ich trainiere? Für die Mehrheit der Athleten empfiehlt die Literatur 1,6–2,2 Gramm Protein pro kg Körpergewicht täglich für den Muskelaufbau. In der Definitionsphase schiebt man den Wert eher nach oben (bis zu 2,4 g/kg), da Proteine beim Muskelerhalt und der Sättigung helfen. Verteile sie auf 3–5 Mahlzeiten, um die muskuläre Reaktion zu optimieren. Tierische Quellen sind vollständig; Vegetarier und Veganer kombinieren Hülsenfrüchte, Soja, Getreide und pflanzliche Proteine. Für einen maßgeschneiderten Plan konsultiere einen qualifizierten Ernährungsberater.
Muss ich direkt nach dem Training essen? Nein, das ist nicht so dringend wie früher angenommen. Das sogenannte anabole Fenster dauert Stunden, nicht Minuten: Was wirklich zählt, ist das Erreichen der Gesamtmenge an Protein und Kalorien im Laufe des Tages. Wenn du nüchtern trainiert hast oder seit der letzten Mahlzeit mehrere Stunden vergangen sind, ist eine Mahlzeit mit Proteinen und Kohlenhydraten innerhalb von ein bis zwei Stunden eine gute Praxis. Wenn du aber vorher gut gegessen hast, musst du nicht mit dem Shaker in die Umkleide rennen. Priorität haben die Tagesgesamtmengen, nicht die Stoppuhr.
Brauche ich Nahrungsergänzungsmittel für Ergebnisse? Nein. Kein Supplement gleicht eine mittelmäßige Ernährung und ein schlechtes Training aus. Nur wenige haben eine echte wissenschaftliche Unterstützung: Kreatin-Monohydrat (3–5 g/Tag) für Kraft und Masse, Koffein als Pre-Workout und Proteinpulver zur bequemen Erreichung des Proteinziels. Vitamin D und Omega-3 sind vor allem bei einem Mangel sinnvoll. Alles andere ist größtenteils Marketing. Baue zuerst Kalorien, Proteine und Training auf; Supplements sind das letzte und kleinste Puzzleteil.
Sollte man sich an einen Profi wenden oder es allein machen? Die Grundlagen aus diesem Leitfaden bringen dich weit, aber für einen personalisierten Plan (Vorerkrankungen, Unverträglichkeiten, Wettkampfziele) brauchst du einen qualifizierten Ernährungsberater – ein Personal Trainer schreibt keine Ernährungspläne. Ein guter Coach hilft dir jedoch dabei, die Ernährung in dein Training zu übersetzen und am Ball zu bleiben. Mit Athleex kann dein Trainer Makros, Ernährungspläne und Supplement-Protokolle mit Erinnerungen festlegen und deinen Fortschritt überwachen. Finde einen Profi in unserem Verzeichnis.
Die Grundlagen zählen mehr als jeder Trick. Wenn du einen Coach suchst, der Training und Ernährungsstrategie an einem Ort vereint, finde einen Personal Trainer auf Athleex oder erstelle dein kostenloses Konto.



